Faszination Welsangeln

Um kaum einen anderen Fisch ranken sich so viele Mythen wie um den Wels, auch Waller genannt. Attacken auf im Wasser schwimmende Hunde und sogar auf Kinder werden ihm zugeschrieben. Und auch unter Anglern spricht man mit Ehrfurcht über den Wels. Ein gehakter Fisch, den man im Drill nicht halten konnte, leergezogene Rollenspulen und gebrochene Ruten – dafür wird fast immer der Wels verantwortlich gemacht. Die meisten Horrorgeschichten lassen sich getrost ins Reich der Fabeln verweisen, aber eines steht fest: Der Wels ist der größte und stärkste Fisch, den man an unseren heimischen Gewässern an den Haken bekommen kann. Und das macht ihn zu einer begehrten Beute für den Angler.

Europäischer Wels - Vorkommen und Lebensraum

Der europäische Wels oder auch Waller genannt, ist neben dem Aristoteleswels der größte reine Süßwasserfisch Europas. Das Vorkommen des Welses zieht sich von Mitteleuropa über Osteuropa bis nach Zentralasien. Waller bevorzugen große warme Seen und tiefe Flüsse mit schlammigem Untergrund. Aber auch Binnenmeere mit geringem Salzgehalt, sowie Brackwasserbereiche der Ostsee und des Schwarzen Meeres bilden optimale Voraussetzungen für einen geeigneten Lebensraum des Wallers. Tagsüber versteckt sich der Wels bevorzugt am Grund in dicht bewachsenen Unterschlüpfen. Mit der Dämmerung und in der Nacht wird der Waller aktiv und geht auf Beutezug.

Die wichtigsten Körpermerkmale des Welses

  • Länge: bis zu 3 m
     
  • Gewicht: bis zu 160 kg
     
  • Alter: 20 bis 80 Jahre
     
  • Augen: sehr klein
     
  • Maul: leicht oberständig, sehr breit
     
  • Zähne: viele, nach hinten gekrümmte Hechelzähne
     
  • Körperform: langgestreckt, vorne rund, hinten leicht abgeflacht
     
  • Schuppen: keine, Körper ist mit dicker Schleimschicht überzogen
     
  • Färbung: Rücken blau-schwarz, grün oder braun, an den Flanken helle und dunkle Marmorierungen
     
  • Flossen: große, kräftige Brustflossen reichen bis zum Ansatz der Bauchflossen, deutlich kleinere Bauchflossen, langgestreckte Afterflosse verläuft am Schwanzstiel bis zur Schwanzflosse, Afterflosse und Schwanzflosse sind nicht miteinander verbunden.

Ernährung des Wallers

Da die Augen eine eher untergeordnete Rolle spielen, sind der Geruchs-, Geschmackssinn und das Gehör sehr ausgeprägt. Der Wels verfügt über empfindliche Rezeptoren für süß, sauer, bitter und salzig die sich in seinem Maul, an den Lippen und an den Barteln sowie in der Haut des Kopfes und des Vorderkörpers befinden. Der Wels frisst so ziemlich alles was ihm vor sein Maul kommt. Bevorzugt ernährt er sich von Insekten, Krebsen, Schnecken, Würmern, und Fischen. Aber mit zunehmender Größe auch von Fröschen, Mäusen und Vögeln.

Gewässer zum Welsangeln

Musste man bis vor einiger Zeit noch ins Ausland reisen, um gute Chancen auf einen großen Wels zu haben, hat sich die Situation in den letzten Jahren radikal geändert. Denn der urige Räuber war und ist auf dem Vormarsch. Mittlerweile gibt es in den meisten heimischen Flüssen, selbst in kleinen, auf den ersten Blick unscheinbaren Fließgewässern, Welse. Und in vielen Seen findet man mittlerweile Welse, die auf stattliche Größen herangewachsen sind. Es lohnt sich also, den kapitalen Räubern auch direkt „vor der Haustür“ nachzustellen.

Der Waller liebt die Dunkelheit und ist hauptsächlich nachtaktiv. Tagsüber sucht er sich verborgene Plätze, an denen er ruhen kann. Doch sobald das Gewässer leichte Eintrübungen und eine gewisse Tiefe zeigt, sind die Räuber durchaus auch tagaktiv und genauso leicht wie bei Nacht zu fangen. Allerdings ist tagsüber das unbeschreibliche Gefühl von Abenteuer, schlafloser Nächte und knallharter Drills nur halb so aufregend.

Wann ist die beste Jahreszeit zum Welsangeln?

Die Welse sind wärmeliebende Raubfische und reagieren sehr empfindlich auf schwankende Wassertemperaturen. Wenn die Temperatur schnell sinkt wird der Waller sehr passiv, aber sobald die Temperatur wieder ansteigt wird er sofort wieder aktiv – schneller als andere Fischarten.

 

Wels angeln im Winter

Sobald die Wassertemperatur unter 10 Grad Celsiud sinkt, werden die Welse sehr träge. Dies hängt hauptsächlich mit der Verdauung zusammen, da der Wels bei kaltem Wasser ca 200 Stunden braucht bis er eine Mahlzeit verdaut hat. In dieser Zeit halten sich die Fische meistens am Gewässergrund auf und kommen nur selten in Fresslaune und somit an die Oberfläche.

 

Wels angeln im Frühjahr

Wenn die Wassertemperatur im Frühjahr langsam auf über 10 Grad Celsius steigt kommt der Wels wieder in Fresslaune um die verlorenen Fettreserven aufzubauen. Der Waller bewegt sich von den tiefen Gründen wieder in die flacheren, wärmeren Uferbereiche. Sobald die die Wassertemperatur über 13 Grad ansteigt beginnt der Waller mit dem Laichaufbau und nimmt große Mengen an Nahrung zu sich. Kurz vor der Laichzeit fressen die Waller wieder weniger, dies ist bei ungefähr 18 bis 22 Grad Wassertemperatur.



Wels angeln im Sommer

Die Wochen nach der Eiablage nehmen die Welse wieder relativ viel Nahrung zu sich und legen während der Futtersuche weitere Strecken zurück. Auch die jungen Welse sind im Sommer sehr gefräßig, da die Verdauung der Nahrung im Sommer nur noch 24 Stunden dauert und die Fische entsprechend Bedarf haben. Hier ist die Chance auf einen kapitalen Fang am größten.

 


Wels angeln im Herbst

Im Herbstbeginn ist der Stoffwechsel der Waller noch recht hoch und die Räuber haben noch ein aktives Fressverhalten. Je kälter es wird, desto mehr zieht sich der Wels wieder an tiefere Stellen in sein Winterlager zurück und die Chance auf einen guten Fang wird weniger.

 


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Angeln auf Wels - Eine Lebenseinstellung


Nicht nur die Größe und die Kampfkraft des Welses machen das Angeln auf ihn so attraktiv. Die Jagd nach einem Waller wird zur Lebenseinstellung. Um einen großen Wels an den Haken zu bekommen, genügt es in den meisten Fällen nicht, mal eben nach der Arbeit für ein paar Stunden ans Wasser zu gehen. Der Wels-Angler ist häufig draußen und mitten in der Natur: Er beobachtet das Gewässer, sucht nach guten Stellen und investiert viel Zeit ins Angeln. Man ist für mehrere Stunden, Tage oder sogar Wochen am Gewässer und wird ein Stück weit eins mit der Natur. Ein atemberaubender Sonnenuntergang, die Tierwelt am See oder Fluss und manchmal auch die Gewalten der Natur – das gehört zum Wels-Angeln genauso dazu wie das Angeln und Fangen selbst.

Häufig ist Wels-Angeln Teamarbeit. Denn bei den Methoden für den Fang der Süßwasser-Giganten und auch während des Drills eines Welses ist man am besten nicht alleine unterwegs, sondern baut auf die Unterstützung eines guten Angelkollegen. So entwickeln sich beim Wels-Angeln auch Anglerfreundschaften. Und was gibt es schöneres, als sich gemeinsam mit einem guten Freund darüber zu freuen, dass der kapitale Waller schließlich gelandet ist und zu wissen: Unser Plan ist aufgegangen.
 

Fangmethoden Welsangeln

Dieser besondere Räuber erfordert besondere Fangmethoden. Beim Angeln auf Welse unterscheidet man grundsätzlich zwischen Ansitzangeln und aktivem Angeln. Beim Ansitzen fischt man stationär, d.h. man platziert den Köder, etwa einen Köderfisch, Tauwürmer oder Pellets, an einer aussichtsreichen Stelle und erwartet den Biss des Räubers. Bei dem aktiven Angeln ist der Angler unterwegs und sucht bestimmte Gewässerbereiche und Gewässertiefen mit seinem Köder ab. Unter das aktive Welsangeln fallen beispielsweise das Spinnfischen oder das Vertikal-Angeln vom Boot bzw. das Klopfen mit dem Wallerholz.


Auf folgenden Seiten finden Sie viele praktische Tipps zu den Fangmethoden Ansitzangeln und Spinnfischen, sowie Empfehlungen zu Ausrüstung und Zubehör.

Ansitzangeln auf Wels

Spinnfischen auf Wels