29 Jan

Raubfischangeln – Mit Spinner am Bach

Ein Blogbeitrag von Timo Seufert

Ob vom Ufer oder watend, die Pirsch nach Salmoniden im Bach hat ihre ganz eigenen Reize. Die Nähe zum Fisch, dass drillen der Fische auf engstem Raum und das vorsichtige vorschreiten durchs Unterholz oder durch das Gewässer ohne die Fische zu verschrecken sind nur ein paar davon. Im Folgenden möchte ich euch ein paar Tipps zum Angeln mit Spinnern am Bach nahelegen.

Timo mit prächtiger Bachforelle

Bild: R. Hochgesand

Köderführung
Natürlich kann man den eigentlichen Lauf eines Spinners nicht sehr stark variieren, aber dennoch muss ein Spinner nicht einfach nur stumpf gegen die Strömung eingekurbelt werden. Bei der Wahl des Führungsstils sollte man immer auch den jeweiligen Spot der befischt wird im Auge behalten.

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Führungsstil 1
Wie bereits erwähnt muss man den Spinner nicht immer nur stumpf gegen die Strömung leiern, dass heißt jedoch nicht das diese Form der Köderpräsentation nicht auch fängig sein kann. Vor allem wenn Döbel und Barsche im Bach vorkommen kann das langsame Einkurbeln entlang von Fließrinnen oder vorbei an Unterständen sehr fängig sein. Auf Grund der Rotation des Spinnerblattes ist ein schnelles Einkurbeln gegen die Strömung oft zu belastend für Rute und Rolle und in der Regel auch nicht sehr fängig.

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Führungsstil 2
Der zweite Führungsstil ist eigentlich mein Favorit im Bach und kann vor allem auf Forellen und Äschen das ganze Jahr (außerhalb der Schonzeiten) gute Erfolge bringen. Auch hier leiert man den Spinner einfach ein, jedoch mit der Strömung oder leicht schräg mit der Strömung. Fische im Bach sind oft spezialisiert auf heran treibende Nahrung und folgen nicht unbedingt aktiv der Beute sondern nutzen viel mehr die Möglichkeit die sich ihnen bietet wenn etwas auf oder über sie her treibt. Ein weiterer Vorteil vom einholen mit der Strömung ist, dass sich der Köder lange im Blickfeld des Fisches befindet und der Fisch die Beute besser ins Visier nehmen kann, als wenn sie schnell von hinten an ihm vorbei gezogen wird. Oftmals folgen die Fische auch stromab haben sie die mit der Strömung „herantreibende“ Beute erst einmal als Ziel auserkoren. Wichtig ! Den Köder immer bis an sich vorbei führen, oftmals erfolgt noch ein Biss wenn der Spinner auf Grund des Schnurbogens eine Kurve macht und sich in die Strömung stellt.

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Die Hauptzielfische bei diesem Führungsstil:
Bachforellen und Äschen.

Bild: R. Hochgesand

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Führungsstil 3
Speziell wenn die Fische träge sind (zu Saisonstart oder wenn es ein Überangebot an Nahrung gibt), oder sich in tiefen Kolken aufhalten, kann es sehr effektiv sein Spinstopps einzulegen und den Spinner kurz ab taumeln zu lassen. An tiefen Stellen kann man den Köder auch mal bis zum Grund absinken lassen um ihn dann bei Grundkontakt sofort wieder zu starten. Das bringt mir gerade im Frühjahr auch mal die größeren Fische.

Da kommt Freude auf! Timo mit 58er.

Führungsstil 4
Driften lassen, auch das kann fängig sein. Speziell in sehr starker Strömung oder in Rinnen die in Kolke übergehen ist es einen Versuch wert, den Spinner auf die gegenüberliegende Seite des Gewässers zu schlenzen und den Köder an straffer Schnur abtreiben zu lassen. Der Köder treibt durch die Rinne und macht dann langsam eine Kurve in Richtung der Uferseite an der man sich befindet. Speziell wenn sich der Köder langsam auf das eigene Ufer zubewegt sollte man mit Bissen rechnen.

Sehr vielversprechend: Das Driftangeln

Bild: R. Hochgesand

Spotwahl
Die Spotwahl richtet sich theoretisch immer nach Zielfisch. Für mich ist Zielfisch Nr.1 am Bach die Bachforelle. Schnelles Wasser, Kolke mit möglichst viel Totholz und unterspülte Ufer ziehen mich dann magisch an ! Vor allem Deckung wie Totholz oder ins Wasser ragende Wurzeln spielen bei der Jagd nach Forellen eine große Rolle. Tiefe Rinnen sollte man natürlich auch nie auslassen. Bei wärmeren Wassertemperaturen sollte man sich vermehrt nach Sauerstoffreichen Stellen umsehen, also nach sehr turbulentem Wasser an denen viel Luft ins Gewässer eingetragen wird. Also kleinere Abstürze, Wehre oder ähnliches. Äschen hingegen haben keinerlei Deckungsansprüche und halten sich die meiste Zeit in der Gewässermitte von mäßig bis schneller fließender Abschnitten auf. Begleitarten wie Döbel und Barsche findet man in Bächen in der Regel in langsam fließenden Abschnitten mit viel Totholz oder in tiefen langsam fließenden Rinnen und größeren Kolken.

Wenn du einen guten Platz gefunden dauert es meist nicht lang, bis du die ersten Bisse erhältst.

Spinnerwahl
Die Farbe des Spinnerblatts ist für mich erst mal zweitrangig. Die Größe des Spinners steht bei mir im Fokus. Im Frühjahr und Herbst würde ich eher größere Modelle auswählen. Im späten Frühjahr und Sommer, wenn viel Flugnahrung (Eintagsfliegen, Maifliegen) anfällt, sollte man eher kleine Spinnergrößen wählen. Farblich nutze ich am liebsten schlichte Modelle. Eher silbrige Modelle im Frühjahr und Herbst, kupferfarbene und goldene Modelle im späten Frühjahr und Sommer.
Forellen sind relativ aggressive Fische und lassen sich durch den Druck des Spinnerblatts oft ausreichend reizen, sodass die Farbe in der Regel kein so auschlaggebender Faktor ist. Bleibt der erwünschte Erfolg aber aus, sollte man immer ein paar alternative Modelle mit sich führen. Manchmal sind es rote Punkt auf schwarzen Spinnerblatt oder doch ein neonfarbener Spinner der den ein oder anderen Kapitalen oder Bonusfisch aus der Reserve lockt.

Der Experte passt die Spinnerblattgröße oft auf die Gegebenheiten an.

Bild R. Hochgesand


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