11 Apr

Donaunasen – der Laichzug 2021 (MiKo)

Michael Komuczki und sein Balzer Team Österreich setzten sich seit Jahren aktiv für den Natur- und Fischschutz ein. Jedes Jahr beobachtet Michael auch die Laichzüge der selten gewordenen Nasen im Einzugsgebiet der Donau. Anbei lest ihr seinen Report vom aktuellen Laichgeschehen:

Laichfischfang mittels Elektrobefischung

„Seit vielen Jahren beobachte ich, gemeinsam mit Freunden, akribisch das Laichgeschehen der Nasen an der Schwechat. Im Raum Achau liegt jener Flussabschnitt der Schwechat, an dem die Nasen jährlich zum Laichen an die Schotterbänke zurückkehren. Dieser Flussbereich ist aufgrund seiner Kiesbodenstruktur der optimale Laichplatz für die Nasen. Bewirtschaftet wird dieser Gewässerabschnitt der Schwechat vom Sportfischerverein für Wien und Niederösterreich. Die Laichzeit ist eine optimale Gelegenheit, sich einen aktuellen Überblick über die Bestände zu verschaffen. In diesem Jahr ist es aufgrund des witterungsbedingten, verzögerten Laichgeschehens, weiterer Renaturierungsmaßnahmen sowie des Lockdowns schwierig, den Überblick zu behalten. Eine seriöse Bestandseinschätzung ist deshalb aus meiner Sicht für heuer nicht möglich. Feststellbar ist jedoch weiterhin ein Wandel in der Bestandspyramide. Es ziehen auch dieses Jahr vermehrt kleinere Nasen zu den Laichplätzen mit.

Nasen auf dem Laichplatz

Ein Ergebnis, welches neben der Renaturierung der Schwechat auch auf die begleitenden Maßnahmen des Sportfischervereines für Wien und Niederösterreich und auf die Unterstützung des Vereinsmitgliedes den Gewässerökologen DI Georg Fürnweger zurückzuführen ist.

Erfolgreiche Gewässerrenaturierung an der Schwechat

DI Georg Fürnweger und ein Team von jungen Gewässerökologen tragen durch das Abstreifen von laichreifen Nasen vor Ort, dem anschließenden Erbrüten der befruchteten Eier und dem Rückversetzen der Brütlinge in die Schwechat zur Bestandssicherung entscheidend bei. Ein weiterer Erfolg wäre, wenn man die Renaturierung vorgesetzt und auch noch weitere Querverbauungen entfernen könnte. Auffällig ist auch die unaufhaltsame Vermehrung des Indischen Springkrautes. Diese invasive Pflanze hat keine Fressfeinde und breitet sich stetig aus und kann auch die Uferböschungen gefährden. Das Abholzen unserer heimischen Sträucher und Bäume an den Uferböschungen der Schwechat sollte in Hinkunft wohl durchdacht sein.

Dicht bewachsenes Ufer

Trotz einer möglichen Bestandsstabilisierung müssen wir unsere unnachgiebigen Bemühungen zur Erhaltung der Fischbestände im Donauraum weiterhin intensiv und nachhaltig fortsetzen.

Laichzug der Nase

Ein besonderes Dankeschön an alle Organisationen, Vereine und Einzelpersonen, die sich stetig im Donauraum für die Erhaltung unserer Fischbestände einsetzen. Sehen Sie sich den eingebetteten Videoclip an, in dem ich Teile des Geschehens für Sie dokumentieren konnte.“

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