16 Feb

Forellenangeln für Einsteiger | Die besten Tipps

Forellenangeln für Einsteiger: Du begninnst gerade mit dem Forellenangeln am Forellenteich und fragst Dich vielleicht noch mit welchen Ködern und Montagen du die meisten Forellen fangen kannst? Hier erfährst du als Forellenangler welche Köder die Besten sind, wie Deine Strategie aussehen sollte und welche Forellenmontagen am besten funktionieren.
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Forellenexperte Olaf Kaufmann berät uns als Produktexperte.
Forellenexperte Olaf Kaufmann berät uns als Produktexperte.

Methoden zum Forellenangeln für Einsteiger

Zunächst einmal stellt sich Dir sicher die Frage, wie du Dich überhaupt am Forellensee rantasten solltest. Grundsätzlich wird zwischen dem passiven und aktiven Angeln unterschieden. Die Begriffe könnten umgangssprachlich auch als Ansitzangeln und Spinnangeln bezeichnet werden.

Passiv angeln auf Forelle: Passiv angeln bedeutet, dass der Köder ohne Bewegung im Wasser liegt und der Angler auf den Biss wartet. Das ist z.B. beim Angeln mit der Bodentaster Montage üblich. Aber auch mit einer Sbirolino- und Posenmontage lassen sich prima Forellen passiv fangen. Am besten eignen sich hier Sbirolinoruten, die du in einen Rutenhalter ablegst.

Aktiv angeln auf Forelle: Als aktives Angeln bezeichnet man das Spinnfischen. Beim Spinnangeln kommen ausschließlich Kunstköder zum Einsatz. Zusätzlich bietet sich am Forellensee noch das sogenannte Tremarella Angeln an oder wie es auch genannt wird „Schleppen“. Dazu werden Sbirolinomontagen oder Posenmontagen mit einem Teigpropeller bzw. Bienenmade (in L Form aufgezogen) in Zeitlupentempo durchs Wasser gezogen.

Einsteiger – Montagen zum Forellenangeln

Jeder Angler weiß es: Natürlich ist auch die Montage maßgeblich für den Fangerfolg. Beim Forellenangeln sind für Einsteiger drei verschiedene Montagen von ganz besonderer Relevanz:

Die Sbirolinomontage: Sie eignet sich zum passiven Angeln. Aber auch langsam geschleppt gibt sie mit dem richtigen Köder ein gutes Bild ab. Wichtig: Sbirolinos sind in verschiedenen Gewichten und Schwimmverhalten erhältlich. Wähle ihn so, dass er zu Deinem Gewässer und Fischverhalten passt. Ansonsten ist diese Montage auch recht einfach gehalten. Der Sbirolino wird einfach auf die Hauptschnur gezogen, darunter eine Perle aufgesetzt, an der ein Forellenvorfach angebracht wird und fertig.
Die Posenmontage: Genau wie beim Sbirolinoangeln auch kannst du die Posenmontage passiv und aktiv einsetzen. Entscheidend ist es immer die richtige Tiefe einzustellen. Die Pose sollte immer so leicht wie möglich gewählt werden. Als Gewichte haben sich beim Posenangeln auf Forelle Glasgewichte durchgesetzt. Alles was sich darunter befindet gleicht der Sbirolinomantage. Also Perle, Wirbel und Vorfach.
Die Spinnmontage: Ultra Light angeln ist am Forellenteich voll im Trend! Sie schaut sehr einfach aus. An der Hauptschnur werden einfach ca. 70cm 0,18er – 0,25er Fluorocarbon angebunden. Daran folgt ein Snap, in den der Köder eingehangen wird.

Die besten Köder zum Forellenangeln

Die Top Köder, sowie bekanntesten Köder sind nach wie vor die Bienenmade und der Forellenteig beim passiven Angeln und Spoon beim aktiven Angeln.
Wenn du auf diese Köder setzt kannst du quasi nichts falsch machen. Doch natürlich decken sie nicht die gesamte Spannweite ab. Profis sind meist etwas vielseitiger aufgestellt. Sie wollen flexibel genug sein, um auf die unterschiedlichen Beißphasen der Forellen zu reagieren. Es gibt einfach Situationen, in denen Chatter Baits, Wobbler oder Gummiköder besser funktionieren.

Tacklecheck: Ausrüstung für Forellenangler und Einsteiger

Um jetzt für Deine ersten Angeltage gerüstet zu sein, haben wir eine kleine Aursüstungscheckliste erstellt. Kannst du alles abhaken, bist du bestens gerüstet.

Kannst du hier überall einen Haken setzen, steht Deinen ersten Forellen nichts mehr im Wege. Später kannst du noch folgende Ausrüstungsgegenstände ergänzen, um vielseitiger aufgestellt zu sein und bequemer zu angeln.

Ein absoluter Traumfisch - Mit dem richtigen Tackle keine Ausnahme.
Ein absoluter Traumfisch – Mit dem richtigen Tackle keine Ausnahme.

Wir hoffen sehr, dass wir Dir als Einsteiger etwas weiterhelfen konnten. Auf unserem YouTube Kanal findest du aufschlussreiche Filme zum Thema Forellenangeln. Praxisnah und schnell zeigen Dir unsere Profis die wichtigsten Angeltechniken fürn See. Klick einfach auf den Link und schon startet das Video von alleine.

Forellenangeln mit Pose
Forellenangeln mit Sbirolino
Forellenangeln mit Bienenmade
Ultra Light Angeln auf Forelle
Forellenangeln mit Teig
Forellenangeln mit Gummiködern
Spoonangeln auf Forelle

27 Jan

Zanderangeln – 5 Tipps für mehr Bisse

Zanderangeln: Der Zander ist der beliebteste Raubfisch der Deutschen. Viele sind allerdings mit ihren Fangergebnissen unzufrieden und wünschen sich mehr beim Zanderangeln zu fangen. Hier geben wir Dir 5 Tipps an die Hand, die Deine Angelei verbessern können und für zusätzliche Fänge sorgen.

Eric Wooßmann mit Zander
Ein stattlicher Zander, den Eric nachts auf Wobbler fangen konnte.

1. Tipp: Gewässer zum Zanderangeln

Das Problem beginnt oft mit dem Gewässer! Viele Angler „verschwenden“ Zeit an ihrem Vereinssee wo es zwar Zander gibt (oft auch Viele), diese sich allerdings sehr schlecht fangen lassen. Z.B. weil zu viel Nahrung im Wasser ist oder das Gewässer einfach keine gute Heimat für Zander bietet. Viel ratsamer ist auch mal eine weitere Fahrt zu einem geeigneten Fanggewässer in Kauf zu nehmen. Zu geeigneten bzw. den bekannten Zandergewässern zählen in Deutschland:

Flüsse: Rhein und Elbe
Kanäle: Mittellandkanal und Nord – Ostsee Kanal
Seen: Edersee und Bleilochtalsperre

Zander sind in so gut wie allen großen Flüssen und Kanälen zu finden. Bei Seen sieht’s dann schon wieder etwas anders aus. Denn Zander bevorzugen Gewässer, die kiesig sind. Daher fühlen sie sich ganz besonders in Stauseen, Baggerseen und sonstigen Gewässern wohl, die meist nicht natürlichen Ursprungs entstanden sind, sondern oft gebaggert wurden. Auch Seen, die eine Verbindung zum Fluss aufweisen sind für uns Zanderangler besonders attraktiv, da sie in die Stillgewässer hin und wieder reinziehen.

Zanderangeln
Für einen guten Zanderfang ist das Gewässer ausschlaggebend

2. Tipp: Stellen zum Zanderangeln

Sicher habt ihr jetzt nach einer kurzen Recherche ein passendes Gewässer in eurem Umkreis gefunden oder konntet den Punkt bereits vorher abhaken. Jetzt steht ihr bildlich am Rand von einem großen See und fragt euch wo ihr anfangen sollt. Wir geben euch je nach Gewässerart ein paar Anhaltspunkte, wo ihr es versuchen solltet.

  1. Stellen zum Zanderangeln am Fluss: Buhnen, Wehre (im Sommer), Hafeneinfahrten und Mündungen
  2. Stellen zum Zanderangeln am Kanal: Strukturänderungen, Steinschüttungen, Laternen, Kanten (Fahrrinne), Brücken und Bootsanleger
  3. Stellen zum Zanderangeln am See: Kanten, Krautfelder, versunkene Bäume, Kiesbänke, Plateaus und Futterplätze von Karpfenanglern
Angeln
Gute Angelstellen sind oft schwer zu finden. Eine Lotrute oder Echolot vereinfachen die Spotsuche erheblich

3. Tipp: Nutze eine passende Angelrute!

Um dem Köder das richtige Spiel zu verleihen, ist eine geeignete Ausrüstung entscheidend. Als Rollen setzen die meisten Angler 3000er Frontbremsrollen ein. Beim Vertikalangeln vom Boot werden dagegen Baitcastrollen bevorzugt. Zur Schnur lässt sich sagen, dass diese an den Gewässertyp angepasst werden sollte. Gibt es eine Steinpackung, Welse und Strömung sind dickere Schnüre erforderlich als im Baggersee ohne nennenswerte Hindernisse. Mit einer Schnurdicke zwischen 0,10mm und 0,18mm ist man prima aufgestellt. Als Rute kommen straffe Modelle zum Einsatz, die zwischen 2,40 und 2,70m lang sind.

Zanderangeln Drill
Schöner Zander im Drill

Tipp 4: Achte darauf, dass der richtige Köder im Snap hängt

Jeder kennt die bunte Köderpalette im Angelladen. Doch tatsächlich braucht man als Einsteiger nur einen Köder, der immer einsetzbar ist. Er muss:

  • schlank sein
  • einen kleinen Tellerschwanz besitzen
  • zwischen 10 – 13cm groß sein
  • in einer natürlichen und einer Schockfarbe in der Angelkiste liegen

Als Idealbeispiel möchten wir euch an dieser Stelle unseren Z Shad empfehlen. Die Form wurde über einen langen Testzeitraum entwickelt und von unseren Experten auf den Zielfisch Zander dauerhaft optimiert.

Spezialisten gehen vor allem nachts gerne mit Wobbler angeln. Auch hier haben wir in Zusammenarbeit mit Matze Koch ein Modell entwickelt, dass dank seines speziellen Laufverhaltens sehr gerne von Zandern gefressen wird. Es handelt sich um die Zanderscheuche. Tipp: Ziehe ihn nach Einbruch der Dämmerung im Zeitlupentempo durchs Wasser!

Zanderangeln Köder
Beliebte Gummifische zum Zanderangeln

Tipp 5: Achte auf die richtige Köderführung!

Beim Zanderangeln kommt es voll auf die Köderführung an. Dabei wird grundsätzlich zwischen dem sogenannten Faulenzen und Jiggen unterschieden. Passe unbedingt Deine Einholweise an das Gewässer also Fluss, Kanal oder See an. Unser Teamangler Eric Wooßmann erklärt Dir in diesem Video die Unterschiede und erläutert nochmal alle weiteren Tipps in Ton und Bild.

12 Dez

Matze Koch – Angeljournalist, Produktentwickler und Autor

Matze Koch ist einer der beliebtesten Angler in Deutschland. Seine Filme, Zeitungsartikel und Bücher haben ihn zum Vorbild von Tausenden Anglern gemacht. Dem ist sich der Ostfriese bewusst und steht seit vielen Jahren für hilfreiche sowie praxisnahe Angeltipps, Nachhaltigkeit und ausgeklügelte Produkte.

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Matze Koch angeln
Matze Koch ist leidenschaftlicher Allroundangler und damit der „Zehnkämpfer“ des Angelsports.

Matze Koch / Leben

Geburtstag / Ort: 04.12.1966 Ostfriesland (Emden)
Verheiratet: Seit 1987 mit Moni Koch – Vier Kinder
Lieblingsangelorte: Ostfriesland und Niederlande
Lieblingsangelmethode: Karpfenangeln im Sommer und Hechtangeln im Winter, aber Matze ist Allrounder
Motto: Augen auf und flexibel bleiben

Angeln Matze Koch
In all den Jahren blieb sich Matze seinem Motto und Gewässerspektrum treu. Und das lieben die Zuschauer.

Matze Koch ist einer der bekanntesten und beliebtesten Angler Deutschlands. Seine Leidenschaft für den Film verband sich früh mit dem Hobby Angeln. Seit 2002 verfasst Matze Fachartikel für das Monatsmagazin „Fisch&Fang“. Die journalistische Arbeit für die Printmedien weitete sich aus auf Karpfenfachmagazine. Im November 2003 entschied sich die „Fisch&Fang“, der Auflage ihrer Abonnenten eine S-VCD beizulegen, die einige Monate später als DVD erschien. Ein Kurzfilm, den Matze der Redaktion daraufhin anbot, brachte den Einstieg als regelmäßiger Protagonist auf der „Fisch&Fang DVD“.

Matze Koch Journalist
Der Journalist bei der Arbeit – er hat dicke Barsche gefunden

Ab 2013 entstand für Matze zusätzlich die Zusammenarbeit mit der Firma Balzer. Das erste Projekt hatte es gleich in sich: Die erste Generation der „MK-Boilies“ erfreute sich unter den Anglern großer Beliebtheit. Seitdem hat sich seine Arbeit mit der Firma Balzer noch deutlich vertieft und der Umfang der Produktpalette mit dem beannten MK – Adventure Siegel ist nun auch auf Rollen, Wobblern, Ruten und vielem anderen zu sehen. MK – Adventure steht für Produkte, die Matze entwickelt hat und von der Firma Balzer vertrieben werden.

Mk Adventure
Das MK Adventure Markensiegel zeichnet von Matze Koch entwickelte Produkte aus.

Zusätzlich nutzt Matze sein schreiberisches Talent auch als Autor, um Leserinnen und Lesern auf seine besondere Weise in den Bann zu ziehen. Zusammen mit dem Kosmos und Salmo Verlag hat er insgesamt schon sechs Bücher in den Handel gebracht.

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  1. Angeln – Matze Kochs Tipps und Tricks | Kosmos Verlag
  2. Matze Kochs Angeltipps für jede Technik | Kosmos Verlag
  3. Das große Matze Koch Angelbuch | Kosmos Verlag (deutsch und tschechisch)
  4. Matze Koch Karpfen – Tipps | Kosmos Verlag (deutsch und tschechisch)
  5. Matze Koch Hecht – Tipps | Kosmos Verlag (deutscher und tschechisch)
  6. Faszination Winterhecht | Salmo Verlag
Matze Koch Buch
Drei Bücher von Matze Koch (oben gekennzeichnet) sind in tschechischer und deutscher Sprache erhältlich.
01 Dez

Bodentaster Montage – So sollte sie aussehen

Bodentaster Montage: Die Bodentaster Montage erfreut sich unter Forellenanglern großer Beliebtheit. Das ausgeklügelte System bringt einige Vorteile mit sich und kann richtig eingesetzt zu einem tollen Fangerfolg führen. Wie das geht erfährst du hier.

Bodentaster Montage – Materialien und Zusammenbau

Olaf Kaufmann mit Forelle
Unser Forellenexperte mit schöner Forelle
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Foglendes Zubehör benötigst du:

1. Bodentaster
2. Perle
3. Wirbel
4. Forellenvorfach
5. Klemmblei (wenn du mit Teigangeln magst)

Zusammenbau:

1. Du ziehst den Bodentaster auf die Hauptschnur
2. Danach ziehst du die Perle auf die Hauptschnur
3. Du knotest den Wirbel an
4. Du Schlaufst das Vorfach am anderen Ende des Wirbels ein
5. Wenn du mit auftreibendem Teig angeln magst, bestimmst du mit einem Klemmblei den Abstand zum Grund

So sieht die fertige Montage dann aus. 

Bodentaster Montage
Das ist die fängigste Bodentaster Montage
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So einfach geht’s mit einem geringen Maß an Zubehör und kaum Aufwand verbunden lassen sich schon fängige Montagen binden.

Die passende Angelausrüstung

Unser Forellenexperte Olaf Kaufmann empfiehlt grundstäzlich immer eine stille Rute neben dem Ultra Light angeln zu präsentieren. Seine liebste Kombination wollen wir euch hier zeigen.

Rolle: https://www.balzer.de/de/produkt/masterpiece-8400-lf 

Schnur: https://www.balzer.de/de/produkt/platinum-forellenschnur 

Rute: https://www.balzer.de/de/produkt/edition-im-12

Wir hoffen ihr konntet etwas für euch mitnehmen und wünschen viel Erfolg beim nächsten Angelausflug.

21 Nov

Angelhaken – Das solltest du unbedingt wissen

Angelhaken: Für eine ideale Fangausbeute ist die Art sowie Form eines Angelhakens absolut ausschlaggebend. Angel Haken werden auf den zu erwartenden Zielfisch oder der Angelmethode angepasst, um Fehlbisse zu vermeiden und stets ideale Fänge zu verzeichnen. In diesem Blogbeitrag informieren wir kurz und knapp, welcher Haken der Richtige für Dein Angeln ist.

Grundsätzlich: Verschiedene Hakenarten- und Größen

Zu den grundlegenden Hakenarten zählen wir Zwillingshaken, Drillingshaken und Einzelhaken. Einzelhaken gibt es als sogenannte Plättchenhaken und Öhrhaken. Der Unterschied ist die Art und Weise, wie er sich am Vorfach anbinden lässt. Plättchenhaken werden häufig an fertig gebundenen Vorfächern verbaut und finden heutzutage nur noch in der professionellen Friedfischangelei für Selbstbinder ihren Einsatz. Ansonsten greifen Selbstbinder auf Öhrhaken zurück.

Übersicht Angelhaken
Von links nach rechts: Drillingshaken, Zwillingshaken, Einzelhaken (Plättchenhaken) und Einzelhaken (Öhrhaken)

Die Hakengröße wird zahlenmäßig zwischen 20 – 10/0 angegeben. Ein 20er Haken ist dabei der Kleinste und der 10/0er der größte Angelhaken. Hier ein kleines Zahlenbeispiel: 20 < 18 < 1 < 1/0 < 3/0 < 10/0

Checkliste – Eigenschaften für den richtigen Haken:

  • Ultrascharf
  • Geeignete Drahtdicke
  • Passende Hakenart
  • Richtige Hakengröße
  • Wenig Fehlbisse
  • Keine Aussteiger
  • Angepasst an Angelmethode, Zielfisch und verwendeter Köder

Haken für jede Methode

Zunächst möchten wir auf die verschiedenen Angelmethoden eingehen. Dabei wird es in erster Linie darum gehen, welche Hakenart geeignet ist. Später im Zielfischsegment geht’s dann um Besonderheiten und die richtige Größe.

Brassenangeln
Perfekter Sitz des Feederhaken dank der richtigen Hakenwahl
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Haken zum Spinnangeln: Das Thema Spinnangeln muss differenziert betrachtet werden. Bei Wobblern, (Jig) Spinnern, Blinkern und Zikaden finden Drillinge ihren Einsatz. Bei Gummifischen hat der Einzelhaken die Nase vorn, wobei besonders beim Hechtangeln gerne Gummifischssysteme, die mit Drillingen ausgestattet sind oder Stinger eingesetzt.

Haken zum Feedern: Beim Feederangeln werden nur Einzelhaken eingesetzt. In erster Linie sind das langschenklige, kleine Blättchenhaken. Auf sie lassen sich Naturköder ideal aufziehen und Friedfische mit ihrem zierlichen Maul gut fangen.

Haken zum Meeresangeln: Die Hakengröße zum Meeresangeln sollte dem Zielfisch gerecht werden. Durchgesetzt haben sich eher kräftige Modelle, die den kampfstarken Fischen standhalten und nicht rosten.

Haken zum Brandungsangeln: Brandungshaken sollten langschenklig sein, um den Bedürfnissen der Dorsche aber vor allem auch Plattfischen gerecht zu werden. Modelle der Größe 1 – 4 haben sich durchgesetzt. Die Länge ist ebenso wichtig für das Aufziehen langer Watt- und Ringelwürmer.

Haken zum Stippangeln: Beim Stippangeln auf Weißfische finden in aller Regel kleine (20er – 12er) Einzelhaken ihren Einsatz. Auch hier setzen Selbstbinder häufig auf Plättchenhaken.

Drop Shot Haken: Klassische Drop Shot Haken kennzeichnen sich durch einen weiten Hakenbogen. Dadurch bleibt noch genug Platz frei, wenn man seinen Köder im Nosehookverfahren anbringen möchte. Bei den klassischen Zielfischen Barsch und Zander finden Haken der Größe 4 – 1 ihren Einsatz.

Zielfischhaken

Zielfischhaken sind an die Bedürfnisse einzelner Fischarten angepasst. Passende Zielfischhaken angebunden am passenden Vorfach befinden sich in unserem Camtec Programm.

Aalangeln
Der Aalhaken sitzt perfekt im Maul
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Aalhaken: Beim Aalangeln werden Einzelhaken der Größen 1 – 8 eingesetzt. Als Form haben sich langschenklige Haken durchgesetzt, die der Aal mit seinem schmalen Gebiss gut aufnehmen kann. Auf dem Hakenschenkel befinden sich zusätzlich kleine Widerhaken, die ein Verrutschen des Köders verhindern. Eine Besonderheit ist die meist rote Farbe der Haken. Hakengröße 8 eignet sich ideal für Mistwürmer, 4 – 6 fürs Angeln mit Tau- sowie Dendrobenawürmer und die Hakengröße 1-2 zum Aalangeln mit Köderfisch.

Forellenhaken: Beim Forellenangeln (am Forellensee) werden nahezu ausschließlich Einzelhaken verwendet. Egal ob an der Ansitzrute, am Spoon oder Gummifisch. Das hängt damit zusammen, dass Mehrfachhaken fast überall verboten sind. Die häufigsten Hakengrößen liegen zwischen 4 – 12.

Zanderhaken: Beim Zanderangeln muss grundsätzlich zwischen dem Spinn- und Ansitzangeln unterschieden werden. Beim Spinnangeln mit Gummifisch (12cm) kann man idealerweise 3/0 – 4/0er Jighaken verwenden. An Zanderwobblern sind passende Drillinge in aller Regel schon vormontiert. Wer lieber mit Köderfisch angelt, sollte auf Einzelhaken oder Zwillinge der Größe 1 oder Drillinge zurückgreifen. Das ist Geschmackssache, unserer Ansicht nach haben sich allerdings Einzelhaken besser bewährt.

Hechthaken: Hier gilt vom Grundsatz das Gleiche wie beim Zanderangeln. Beim Spinnfischen mit großen Gummifischen werden allerdings zunehmend Systeme eingesetzt, die ideale Hakeigenschaften versprechen. Und auch sonst fällt alles eine Nummer kräftiger aus.

Barschhaken: Barsche werden meist mit der Spinnrute geangelt. Für sie gilt dabei ebenfalls das gleiche wie beim Hecht- und Zanderangeln, allerdings fällt alles eine „Spur“ feiner und kleiner aus. Beim Angeln mit Gummifisch heißt das, dass Hakengröße 4 – 1/0 am häufigsten in den Snap kommt.

Karpfenhaken: Rigs wurden beim Karpfenangeln schon längst zur Wissenschaft und so unterscheiden Karpfenangler selbst die Hakenform und Drahtdicke. Langschenklige Haken, weitschenklige Haken und aggressiv gebogene Haken stellen wohl den Hauptbestandteil der Haken dar. Als Einsteiger wirst du kaum Unterschiede feststellen. Mit einem soliden, weitschenkligen Haken der Größe 4 – 8 bist du allerdings in 90% der Situationen einsatzfähig.

Welshaken: Haken zum Welsangeln müssen der Urgewalt dieser riesigen Fische standhalten können. Bei der Angelei können Drillinge und Einzelhaken eingesetzt werden. Die Spannweite der Hakengröße liegt zwischen 2 und 9/0.

Barbenhaken: Barben sind für ihre enorme Kampfkraft bekannt. Bei ihrem gezielten Fang werden ganz besonders dickdrähtige sowie stabile Einzelhaken der Größe 6 – 12 verwendet.

Weißfischhaken: Weißfischhaken (Dazu zählen wir in erster Linie Brassen, Rotfedern und Rotaugen) ähneln den Stipphaken aus dem Bereich Angelmethoden. Sie sind äußerst klein (12 – 20), dünndrähtig und leicht.

Sonderformen Angelhaken

Folgende Haken stellen eine Sonderform dar. Wir gehen kurz auf sie ein:

Olaf Kaufmann mit Forelle
Super Hakeigenschaft: Der Trout Collector UL Tungsten Jighaken
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Schonhaken: Schonhaken besitzen keinen Widerhaken. Sie lassen sich müheloser aus dem Fischmaul nehmen und sind schonend für den Fisch.

Schonhaken

Jighaken: Dieser Haken wird beim Gummifischangeln verwendet. Das Blei führt den Köder zum Grund und erlaubt die Köderführung.

Jighaken

Offsethaken: Offsethaken werden am liebsten bei Texas- und Carolinarigs eingesetzt. Dabei wird der Gummifisch so aufgezogen, dass sich die Hakenspitze im Köder versteckt und erst beim Biss zum Vorschein kommt.

Offsethaken

Ryderhaken: Dieser Hakentyp sorgt dank dem zusätzlichen Haken für weniger Fehlbisse. Die besondere Anbringung sorgt dafür, dass anbeißende Fische diesen häufig aufgrund der Größe erst gar nicht bemerken. Das Ergebnis steht für mehr Bisse und weniger Fehlbisse.

Ryderhaken

Teighaken: Dieser Haken ist mit einer kleinen Spirale am Hakenbogen ausgestattet. Sie erleichtert das Anbringen von Teig und verhindert, dass er vom Haken rutscht. Besonders beliebt bei Forellen- und Friedfischanglern.

Teighaken

UV – Haken: Sie verfügen wie der Name schon sagt über eine UV – aktive Beschichtung, die von Fischen wahrgenommen werden kann und für zusätzlichen Lockreiz sorgt. Besonders an schwierigen Tagen ein Gamechanger.

Uv Haken

Circle Hook (Kreishaken): Bei Circle Hooks ist die Hakenspitze ein kleines bisschen nach innen gebogen. Das führt dazu, dass sich insbesondere große, kampfstarke Fische von selbst haken und nicht mehr loskommen. Bei diesem Haken darf man nicht anschlagen, da er sich beim Biss selbst ins Maul dreht

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Balzer
17 Nov

Herbstkarpfen – Das steckt dahinter

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Das Angeln an der Donau war im Jahr 2022 von Imponderabilien geprägt. Die vielfach wechselnde Angelverhältnisse im Donauraum, sowie die Sommerhitze machte das Angeln nicht einfach. Gerade der Herbst ist die Jahreszeit, in der die Karpfen noch verstärkt Nahrung aufnehmen, um Energie für den Winter zu speichern. Auch jetzt gestaltet sich das Angeln am Strom nicht einfach. Wechselhafte Wasserverhältnisse, sowie launische Witterung beeinflussen die Fangerfolge, auch an gut vorbereiteten Angelplätzen. Für eine neue Videoproduktion konnten Walter und ich mit entsprechendem Durchhaltevermögen doch einige starke Barben und Karpfen über den Kescher führen. Jetzt solltet ihr in den nächsten Tagen zum Angeln gehen, das Wetter bleibt beständig und das Wasser ist noch nicht zu kalt. Mal sehen, ob im November noch einige Ausnahmefische zu fangen sind.
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Anbei ein paar Impressionen unserer letzten Fänge.

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Schöne Fänge von unseren Kollgen aus Österreich! Wir wünschen Petri Heil.

03 Nov

Angeln mit sensiblen Spitzen- einfach und effizient!

Eine weitere NEUE Filmproduktion von Michael Komuczki: 

Eine weitere Live-Videoproduktion von Michael Komuczki über das Angeln mit sensiblen Spitzen im Donauraum. Die DVD gewährt Ihnen Einblick in die Möglichkeiten sowie des vielfältigen Einsatzes des Angelns mit der Feeder- u. Schwingspitzenrute. Aber auch die schönen Momente des Angelns, die Einzigartigkeit des Donauraumes sowie die Harmonie von zwei gleichwertigen Angelpartnern kommt nicht zu kurz. Erst durch Ihr ergänzendes Handeln beim Angeln, als auch beim Filmen wurde die Produktion dieser DVD möglich. Eine beeindruckende Angelbotschaft, abgerundet durch ein Spezial – Montageanleitung.

Eine DVD von Anglern für Angler!

Angeln, wie es wirklich ist, eine Produktion ohne Drehbuch, Aufnahmeteam, Tonstudio und Cutter, aufgenommen und produziert von Michael Komuczki und Walter Mayer.

Mit freundlicher Unterstützung der Balzer GmbH.

Filmproduktion und Vertrieb:

Michael Komuczki

michael.komuczki@gmail.com

www.michael-komuczki.com

Die Filmproduktion kann auch in einigen Wochen über den Waidwerk Channel bei Amazon Prime Video gestreamt werden, ist aber auch als DVD erhältlich!

Sprache:                      Deutsch

Spieldauer:                 58 min.

Bildformat:                 16:9

Preis der DVD:             12.- € plus Versandkosten

Versandkosten:          in Österreich 5.- €; in der EU 8.- €

Filmproduktion und Vertrieb:

Bestellungen in Österreich und in der EU sowie für Angelgerätehändler über:n michael.komuczki@gmail.com

Michael Komuczki mit einem schönen Karpfen.

27 Okt

Balzer Händler – Shop Information

Sehr geehrte Kundin,
Sehr geehrter Kunde,

hiermit müssen wir Sie informieren, dass unser Host des Onlinehändlershops über Nacht geschlossen wurde.

Dieses Problem können wir bis zur Live Schaltung unseres neuen Warenwirtschaftssystems leider nicht beheben.

Sollten wir doch noch eine adäquate Lösung finden, werden wir Sie selbstverständlich informieren.

Bis dahin bitten wir Sie die Bestellungen über Ihren Außendienstmitarbeiter oder unsern Innendienst abzuwickeln

Für Ihr Verständnis bedanken wir uns recht herzlich.

Sollten noch Fragen offen sein, steht Ihnen unser Verkaufsleiter Herr Feuerlein gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Team Balzer

17 Aug

Köderfischmontage – diese beiden solltest du kennen

Köderfischmontage: Du bist Angeleinsteiger und möchtest mit Köderfisch (Abkürzung Köfi, engl. Deadbait) auf Zander, Hecht und Barsch angeln? Im Grunde genommen solltest du zwei Köderfischmontagen kennen, um für 99% aller Situationen vorbereitet zu sein: Eine Posenmontage und eine Grundmontage. Die einzelnen Vor- und Nachteile und wie diese Deadbaitmontagen idealerweise aussehen sollten erfährst du hier:
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Dirk Ditters mit Zander
Dirk Ditters mit schönem Deadbait Zander.
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Vor- und Nachteile von Grund- und Posenmontagen

Übersicht Grundmontage Posenmontage
Jede Montagenart besitzt ihre Daseinsberechtigung

Wie eine fängige Köderfischmontage aussehen sollte, seht ihr hier:

Grundmontage
Grundmontage
Posenmontage
Posenmontage

Das Tackle zum Angeln mit Köderfisch lässt sich recht einfach zusammenstellen. Als Rollen finden meist Freilaufmodelle ihren Einsatz, da hier der Räuber nach dem Biss widerstandslos abziehen kann. Aber auch Stationärrolen sind bei Profis sehr beliebt, sofern ein freier Schnurabzug gewährleistet ist. Top Tipp, um widerstandslos mit Stationärrollen zu angeln: Fixiere die Schnur mittels einem Gummi am Griff und öffne den Rollenbügel. Der anbeißende Fisch kann die Schnur kinderleicht aus dem Gummi ziehen und losschwimmen.

Als Rute werden meist stabile (Wurfgewicht bis 100 Gramm), 3,30m – 3,60m lange Ansitzruten eingesetzt. Gerade zum Hechtangeln kannst du auch Deine Karpfenruten verwenden. Möchtest du Dich weiter spezialisieren, schaue Dir mal unsere speziellen Deadbait Zander / Deadbait Hecht (Köderfischruten) an.

Tolle Videos zum Thema „angeln mit Köderfisch“

Dirk Ditters mit Hecht
Unser YouTube Kanal bietet für jeden Zielfisch das passende Video.
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Auf unserem YouTube Kanal befinden sich zahlreich passende Videos, in denen Dir unsere Experten alle Montagen noch einmal erklären. Klick dazu einfach auf das Thema, dass dich am meisten interessiert:

Zielfisch Hecht:
Hechtangeln mit Köderfisch – von Dirk Ditters
Hechtangeln mit Köderfisch (und Stellfischrute) – von Dirk Ditters
Hechtangeln mit Köderfisch (Meeresfisch) – von Dirk Ditters und Sven Lukassen

Zielfisch Barsch:
Barschangeln mit Köderfisch (aktiv) – von Matthias Melchior

Zielfisch Zander:
Zanderangeln mit Köderfisch (im Fluss) – von Dirk Ditters
Zanderangeln mit Köderfisch (und Pose) – von Dirk Ditters
Zanderangeln mit Köderfisch (auf Grund) – von Dirk Ditters
Zanderangeln mit Köderfisch (im Sommer) – von Dirk Ditters

08 Aug

Angeln mit sensiblen Spitzen einst und jetzt

Ein Blogbeitrag von Michael Komuczki

England wird als die Geburtsstätte des Angelns mit sensiblen Spitzen bezeichnet. Bei der englischen Bevölkerung hat das Fischen eine große Tradition. Für viele der englischen Angler ist das Angeln nahezu eine Ideologie.  Es ist verständlich, dass gerade von den Britischen Inseln aus manch ausgeklügelte Methode und Geräteinnovation unseren Kontinent eroberte.

Die Geburtsstätte des Angelns mit sensiblen Spitzen 

Die fünfziger und sechziger Jahre im vorigen Jahrhundert waren geprägt vom wirtschaftlichen Aufschwung, welcher auch vor dem Angelbereich nicht Halt machte. Gerade in England unterlag dieser Aufschwung einer besonderen Dynamik. Das Angeln auf den Britischen Inseln unterscheidet sich einerseits in die noble Fischerei auf die Edelfischarten. Diese Art des Angelns wird in England als „game fishing“ bezeichnet.  Die Fischerei auf Weißfische, wird anderseits als „coarse fishing“ (coarse = grob) genannt. Das „coarse fishing“ ist in großen Teilen der englischen Bevölkerung sehr beliebt und so unterlagen spezielle Angelmethoden sowie das Gerät im Lauf der Jahrzehnte einer laufenden Verbesserung. Jene Epoche des Angelgeschehens, war auch der Beginn des sogenannten „Specimen Hunting – der Jagd nach besonders großen Fischen unter ausgewählten Zielfischarten. Eine tragende Rolle dabei kam dem legendären englischen Angler Richard Walker zu. Er prägte in den fünfziger und sechziger Jahren das „Specimen Hunting“. Im Laufe der Zeit bildeten sich viele der sogenannten Specimen Hunting Groups nicht nur auf den Britischen Inseln, sondern auch in Europa. Richard Walker war nicht nur ein begnadeter Angler, sondern auch jener, der am Angelgerätesektor besondere Maßstäbe setzte. In Zusammenarbeit mit Firmen wie Bruce & Walker und Hardy entstanden interessante Ruten, welche für bestimmte Einsatzbereiche gebaut wurden. So wurden auch die ersten Ruten zum Angeln mit dem Bodenblei für fließende Gewässer entwickelt. Auf Englisch auch “Legering“ genannt – das Angeln mit festliegendem Köder.

Das Angeln mit integrierter Bissanzeige begleitete mich mehr als drei Jahrzehnte meines Angellebens.

Diese ersten klassischen Ruten waren noch gesplisste Bambusruten. Die Bissanzeige erfolgte über die Rutenspitze. Einer der Vorgänger der späteren klassischen Feederruten waren diese Quiverruten. Eine zweiteilige Rute, welche mit zwei unterschiedlich harten Spitzenteilen hergestellt wurde. Das Angeln mit dem Bodenblei war gerade an den Fließgewässern die Alternative zum Schwimmerangeln (Trotting – dem Strömungsangeln) – dem treiben lassen mit der Pose in Fließgewässern.

Das Angeln mit sensiblen Spitzen und dem Bodenblei brachte mir am Donaukanal manch starke Barbe.

Speziell immer dann, wenn die Fische in Still- u. Fließgewässer ihre Einstände außer Reichweite der Schwimmerrute hatten. Das Angeln mit Ruten mit integrierter Bissanzeige wurde somit zu einem fixen Bestandteil im Angelgeschehen und unterlag einer unglaublichen Dynamik. Die Bissanzeige mit den Quiverruten war beim Angeln auf wenig sensibel beißende Grundfische kein Problem. Für die Bisserkennung von starken Barben, oder halbstarken Karpfen reichte die Sensibilität dieser Spitzenteile völlig aus. Doch beim Angeln auf Weißfische im Winter stieß man dabei an seine Grenzen. Die Bissanzeige war bei diesen Angelverhältnissen meist nicht sensibel genug. Aufgrund der gemachten Erfahrungen war ein Gerät erforderlich, um sehr feine, zaghafte Bisse zu erkennen. Man versuchte im Rutenbau dafür feinere Spitzen herzustellen. Aufgrund der gegebenen verfügbaren Materialien (Bambus bzw. Glasfaser) stieß man dabei an die Grenzen des Machbaren. Die englischen Wettangler versuchten durch Schleifen der gespließten Bambusrutenspitzenteile eine möglichst sensible Bissanzeige zu erreichen. Der englische Angler Jack Clayton hat mehr oder weniger durch Zufall im Zuge eines Gerätedefektes beim Schmirgeln (Bruch der Rutenspitze) die Schwingspitze erfunden. Der findige Gerätehändler aus Boston entwickelte aus den Erkenntnissen seines Missgeschickes die erste Schwingspitze, welche mit einer flexiblen Nylonverbindung befestigt wurde. Mit dieser sensiblen Bissanzeige waren auch sehr zaghaft beißende Grundfische zu überlisten.

Im Spätherbst war für mich schon vor mehr als zwei Jahrzehnten die Schwingspitze eine optimale Bissanzeige.

Bei den damaligen englischen Angelwettbewerben, die mit Preisgelder dotiert waren, war auch das Grundangeln zulässig. Bahnbrechend für das Angeln mit sensiblen Spitzen war jedoch die Erfindung des Spitzenringes mit Schraubgewinde. Durch das Einschrauben von Quivertip = Zitterspitze in verschiedenen Längen und Stärken 1 oz – 3 oz. konnte die erforderliche sensible Bissanzeige im Still- aber auch am Fließwasser gewährleistet werden. Diese Spitzen wurden damals aus Vollglas gefertigt. Im Zuge der Wettbewerbstätigkeit aber auch dem alltäglichen Angelgeschehens, wurden beide Techniken stetig weiterentwickelt und auch im deutschsprachigen Raum beliebt. Das Angeln mit der Schwingspitzen erlangte erst mit dem Buch „Swing Tipping“ von Fred Foster in Europa einen gewissen Bekanntheitsgrad. Mehr als ein Jahrzehnt dominierte Fred Foster die offenen nationalen Angelwettbewerbe. Sein Name war fast wöchentlich in den Angling Times Lincolnshire Fenland Results zu lesen. Er wurde zum ungekrönten „Swing Tip King“, und wurde auch „Daddy“ aller Kipper genannt. Freds Buch „Swing Tipping“ wurde zur Bibel für jeden Angler, der fortgeschrittene Prinzipien und Techniken mit der Swing-Spitze erlernen möchte.

Entwicklung im deutschsprachigen Raum 

In Europa wurden durch die großen deutschsprachigen Angelmagazine Ende der 70er Jahre die ersten Berichte zum Thema Angeln mit sensiblen Spitzen publiziert. Doch waren bei den Angelgerätehändlern damals keine Gewinde-Spitzenring erhältlich. Die deutsche Angler-Legende Rudolf Sack entwickelte zur Kompensation des Mangels die so genannte „Messingnadel“– eine bleibeschwerte Schwingspitze, die mittels eines Karabiners oder Sprengrings in den Spitzenring eingehängt wurde. Mit dem Schwing- u. Zitterspitzenangeln kam ich das erste Mal in den 80er Jahren in Berührung. Zu diesem Zeitpunkt waren schon Gewinde-Spitzenringe sowie Schwing- u. Zitterspitzen erhältlich. Lange Zeit war gerade das Schwingspitzenangeln an den Ziegelteichen in Vösendorf und später am Wiener Entlastungsgerinne und den Häfen eine sehr beliebte Angelmethode von mir. Von den Schwingspitzenanglern, von jenen die diese Technik beherrschten, wurde sie auch gefühlvoll die Abgebrochene genannt. Ich kann mich noch wie heute daran erinnern, als ich mir beim Gerätehändler Wlas zwei Admiral Grundruten kaufte und diese mit Gewinde-Spitzenring zum Schwing- u. Zitterspitzenangeln umbaute. Diese dreiteiligen 3,3 m langen Steckruten waren wie geschaffen für das Schwing- u. Zitterspitzenangeln. Das Schwingspitzenangeln ist nach einiger Zeit aber wieder in Vergessenheit geraten.

Noch heute angle ich mit der Schwingspitzenrute, die mehr als zwei Jahrzehnten alt ist.

Vermutlich auch deshalb, da das Auswerfen der Montage mit der Schwingspitzenrute für so manche nicht ganz einfach war. Nur noch sehr selten sieht man heute einen Angler an einem unserer Gewässer beim Schwingspitzenangeln. Ich angle noch heute gerne damit, speziell bei zaghaftem Beißverhalten auf kürzere und mittlere Angeldistanzen.

Der Wandel – Ruten mit steckbaren Wechselspitzen 

Es ist mir noch wie heute erinnerlich, als ich Ende der 80er meine erste Winkelpickerrute kaufte. Das edle Teil war schon aus einem hochwertigen Material gefertigt und mit drei Spitzen (fein, mittel, hart) ausgestattet. Die Rute war für die ultrafeine und feine Angelei mit kleinen Futterkörben im Stillwasser und leicht strömenden Gewässern konzipiert. Ein wesentlicher Vorteil dieser Rute war, dass die Aktion der Rute ohne Knick von der eingesteckten Zitterspitze über die Rutenspitze selbst verlief. Man kam mit dieser Rute aufgrund der kurzen Länge (2,7 m) auch an sehr beengten Angelplätzen, vor allem an kleinen Fließgewässern, gut zurecht. Das Angeln mit sensiblen Spitzen mit Bodenblei oder Futterkorb wurde immer beliebter. Die Angelgerätehersteller widmeten immer mehr Augenmerk dem erforderlichen Gerät, aber auch dem entsprechenden Zubehör für das Angeln mit sensiblen Spitzen. In dieser sehr dynamischen Zeiten wurden auch die ersten Feederruten entwickelt.

Die Feederrute ist aus dem heutigen Angelgeschehen nicht wegzudenken.

Mit Aufnahme der Produktion von Feederruten durch die führenden Angelgerätehersteller gelangte ein optimales Gerät zum Angeln in fließenden Gewässern auf den Markt. Aber auch in stehenden Gewässern bietet uns die Feederrute so manchen Vorteil. Die Angelgerätehersteller produzieren eine Vielzahl von Feederruten mit den unterschiedlichsten Wurfgewichten bzw. Aktionen, welche einer kontinuierlichen Weiterentwicklung unterlagen. Von einigen Angelgeräteherstellern und Teamanglern gingen dabei besondere Akzente aus. Das ”Feedern” ist nach wie vor populär und voll im Trend. Vermutlich begründet sich dies auch darin, dass sich mit dieser Technik besonders an stark strömenden Gewässern hervorragend angeln lässt.

Ein halbstarker Feederkarpfen aus der Donau.

Eine weitere Möglichkeit des modernen Grundangelns ist die mittels der Seitenarmbissanzeige. Die Masse der Entwicklungsarbeit wurde bei dieser Art der Bissanzeige von deutschen Anglern und Geräteherstellern geleistet. Diese Bissanzeige ist von Vorteil, wenn am Angelplatz seitlich wenig Platz hat.

Fazit

Das Angeln mit sensiblen Spitzen im Speziellen das Feederrutenangeln ist heute aus dem Angelgeschehen kaum wegzudenken. Mit der stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung des Gerätes, der Montagen, des Zubehörprogrammes und der Futtermittel entwickelte sich aus einer zu Beginn sehr einfachen Angelmethode ein wahrer Angeltrend. Dieser Angeltrend fand auch in der Wettbewerbs Szene seine Bedeutung und gipfelte darin, dass auch Weltmeisterschaften im Feederangeln ausgerichtet werden. Das moderne Grundangeln und das Angeln mit sensiblen Spitzen begeistert mich mehr als drei Jahrzehnte und hat für mich damals, als auch heute noch immer einen sehr hohen Stellenwert. Wenngleich auch die goldenen Zeiten des Friedfischangelns für uns aufgrund von mannigfachen Einflüssen (fischfressende Prädatoren, Habitatsveränderungen, Wellenschlag, Pegelschwankungen usw.) vorbei sind!

In dem von mir verfassten Buch “Modernes Grundangeln“ das im Jahre 2004 mit der Unterstützung von Balzer veröffentlicht wurde, konnte ich meine damaligen Erfahrungen und Wissen weitergeben.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Michael ein Teamangler von Balzer.